Der Anlass

Am Donnerstag, dem 3. September 2026, meldeten ChatGPT, Claude und Grok Störungen, zeitlich nah beieinander. Nach den Angaben der Anbieter, wie The Register sie wiedergibt:

  • OpenAI: Ein Routing-Fehler ab etwa 7:43 Uhr Pazifikzeit machte ChatGPT und Codex für einen Teil der Nutzer für rund 34 Minuten unerreichbar.
  • Anthropic: „an infrastructure issue caused a partial outage across Claude.ai, Claude Code, Claude Cowork, and the Claude API“, von etwa 13:10 bis 16:16 Uhr UTC, gut drei Stunden.
  • SpaceX/xAI: ein Ausfall im eigenen Rechenzentrum in Memphis.

Eine gemeinsame Ursache wurde nicht bestätigt. In Berichten wurde über Microsoft Azure und über Cloudflare spekuliert; Microsoft sagte, Azure sei nicht die Ursache, Cloudflare wies eine Beteiligung ebenfalls zurück.

Zur Offenheit: Claude ist eines der KI-Modelle, mit denen die Redaktion dieses Portals arbeitet. Das ändert an der Einordnung nichts, sollte aber gesagt sein.

Die Einordnung

Was hinter einem KI-Dienst liegt, sehen Kunden nur, soweit der Anbieter es offenlegt. Ob die Störungen vom 3. September zusammenhängen, ließ sich aus den Angaben der Anbieter und den Berichten nicht klären. Wer einen KI-Dienst nutzt, sieht die Oberfläche und den Vertrag; Rechenzentren, Netzdienstleister und Partner dahinter kennt er nur aus den Angaben des Anbieters.

Zwei Anbieter sind nur dann zwei Wege, wenn sie nicht an derselben Stelle hängen. Der naheliegende Schluss, für den Notfall einen zweiten KI-Dienst bereitzuhalten, ist nicht falsch. Er trägt aber nur, wenn die beiden nicht dieselbe Voraussetzung teilen, und genau das lässt sich von außen schwer prüfen. Fragen Sie Ihre Anbieter, wer den Dienst betreibt und welche Unterauftragnehmer beteiligt sind. Nicht jede Antwort wird vollständig sein, aber schon die Frage zeigt, wo Sie im Ernstfall nachsehen müssen.

Wo Wissen nur im Dienst liegt, wird aus einem Ausfall mehr als eine Verzögerung. Drei Stunden ohne KI-Dienst verzögern Arbeit. Liegen Anweisungen, Vorlagen und gesammelter Kontext nur im Dienst, fehlt beim Ausfall nicht nur das Werkzeug, sondern auch das, womit man auf ein anderes ausweichen könnte. Ob das in Ihrem Haus so ist, zeigt eine Bestandsaufnahme der benutzten Dienste.

Was Sie jetzt klären können

Fragen Sie für die KI-Dienste, die in Ihrem Haus in wichtigen Abläufen stecken, wie lange der Ablauf ohne sie weiterläuft und wie der Notbehelf aussieht. Der Maßstab dafür steht in Welche Abhängigkeit wirklich gefährlich ist.

Prüfen Sie, ob das Arbeitswissen, das in diesen Diensten steckt, auch in Ihrer eigenen Ablage liegt. Die Grundregel dazu und wie sie umgesetzt wird, steht in Den Kontext behalten: Wissen, Zugriff und Weiternutzung. Wer sie befolgt, kann bei einem Ausfall auf einen anderen Dienst ausweichen, ohne von vorn zu beginnen.

Und nehmen Sie die Frage nach Betreiber und Unterauftragnehmern in Ihr nächstes Anbietergespräch auf. Den Fragenkatalog dafür finden Sie in Warum der Serverstandort die Frage nicht beantwortet.

Quellen

Stand der Quellenprüfung: 25. September 2026. Die Statusseiten der Anbieter wurden nicht direkt ausgewertet; die Angaben stammen aus den zitierten Fachberichten, die sie wiedergeben.